Touren auf dem Festland von Venezuela

Mochima Nationalpark und Playa Colorada

Unser erster Urlaub in Venezuela ist schon eine Weile her, es war 1991. Damals war Puerto la Cruz schon ein bekanntes Touristenzentrum, es wurde auch als Pauschalurlaub angeboten. Aber uns zog es schon immer in die etwas kleineren, nicht so bekannten Orte und so haben wir uns für Puerto Piritu entschieden. Die dritte und letzte Urlaubswoche wollten wir dann auf Isla Margarita verbringen. Unser Zielflughafen war Barcelona, etwa 45 km von Puerto Piritu entfernt. Das Hotel war nicht allzu gross und lag in der Nähe des langen Sandstrandes. Dort gab es auch einige Restaurants, wir haben dann auch einen deutschen Reiseführer kennen gelernt, mit dem wir dann ein paar schöne Touren gemacht haben.

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Zunächst einmal wollten wir uns Puerto la Cruz anschauen. Das war doch ein Unterschied zu unserem kleinen Städtchen! Puerto la Cruz hat sich in rasantem Tempo von einem kleinen Fischerdorf zum Touristenzentrum entwickelt. Schöne Strände findet man allerdings nur außerhalb, es gibt im Zentrum eine langgezogene Bucht mit vielen Hotels. Bei einem Spaziergang über den Paseo Colón sehen wir zahlreich Restaurants und Bars, aber auch viele Geschäfte.

Mochima Nationalpark KüsteVon Puerto la Cruz aus kann man sehr schöne Bootstouren machen, wir wollen auf die Isla de Plata. Die Insel gehört zum Mochima Natinalpark. Er umfasst den Küstenstreifen zwischen Puerto La Cruz and Cumaná und die vorgelagerten Inseln. Hier verbringen wir am weißen Sandstrand einen wunderschönen Urlaubstag.

Eine weitere Tour führt uns in Richtung Cumana, besonders wegen der schönen Strände. Es sind wirklich Karibikstrände wie aus dem Bilderbuch! Einer der bekanntesten heißt Playa Colorada, benannt nach der rötlichen Farbe des Sandes. Wir haben auch die Möglichkeit zum schnorcheln genutzt. In dieser Region ist das Wasser kristallklar und es gibt viele Korallen. Für uns war das damals ein echtes Erlebnis!

Aber nicht nur unter Wasser gibt es sehenswertes, in dieser Gegend gibt es auch zahlreiche Naturparks. Der Weg durch den Regenwald zeigt uns die Natur von ihrer schönsten Seite. Kleine Wasserfälle und Badestellen beleben das Bild.

Das Orinoco-Delta

Delta del OrinocoDer Orinoco ist einer der längsten Flüsse Südamerikas und ist 2140 km lang. Er entspringt in der Nähe der brasiliansichen Grenze, sein Delta bildet eine riesige Sumpflandschaft. Das Orinoco-Delta ist eines der Highlights einer Venezuelareise.

Wir fahren über Barcelona in Richtung Süden. Die Straße ist gut ausgebaut und führt uns durch das Erdölgebiet von Anaco, weiter bis El Tigre. Diese Strecke ist ziemlich eintönig. Wir erreichen Soledad, die letzte Stadt vor der Brücke über den Orinoco und sind dann in Ciudad Bolivar.

Die Stadt hat ein historisches Zentrum mit vielen Sehenswürdigkeiten. Rings um den Plaza Bolivar beeindruckt uns die koloniale Architektur, an der östlichen Seite die Kathedrale von Ciudad Bolivar. Gegenüber sehen wir das historische Museum und südlich des Platzes schließt sich der Palacio de Gobierno an. In der Kolonialzeit war hier die königliche Finanzbehörde. In der Casa de Los Gobernadores residierten die königlichen Gouverneure. Es gibt auch noch einige Museen in Ciudad Bolivar, am bekanntesten ist das Museo de Arte Moderno Jesús Soto, für die Freunde moderner Kunst.

Or9Am nächsten Morgen geht es weiter ins Delta. An einem der vielen Seitenarme sehen wir die Pfahlbauten der Warao-Indianer. Der Fluss ist voller Piranas, wir wundern uns über die Kinder, die trotzdem im Wasser spielen.

Dann fahren wir mit einem typischen Einbaum-Kanu mit einem der Indianer in den Urwald. Es ist aber schon ein etwas mulmiges Gefühl, in diesem schmalen Boot zu sitzen. Es ist ja tatsächlich nur ein ausgehöhlter Baumstamm! Wir saßen hintereinander und haben uns kaum zu bewegen getraut. Aber mit dem Kanu können wir in besonders kleine Flussarme gelangen. Dort können wir die Natur vollends erleben. Allein die Geräuschkulisse des Urwalds ist ein Erlebnis!

Wir bestaunen die tropische Vegetation aus Mangroven und Dschungelwald. Riesige Schmetterlinge flattern um das Boote herum, so große gibt es hier bei uns wohl nicht. Wir sehen viele tropische Vögel, besonders Papageien gibt es hier in großer Vielfalt. Am Ufer sehen wir die Pfahlbauten der Indianer, Frauen waschen die Wäsche im Fluss und die Kinder spielen am Wasser.

Nach der Bootsfahrt besuchen wir ein Indianerdorf, um die Gebräuche der Warao-Indianer kennen zu lernen und einen kleinen Einblick in ihre Kultur zu erhalten. Die Indianer sind berühmt für die Herstellung von Hängematten, Körben und anderen Kunsthandwerk aus einer Palmfaser. Mit dem Besuch bei den Indianern endet unsere Tour und es geht wieder zu unserem Urlaubsort Puerto Piritu.

Ein Ausflug auf die Halbinsel Paria

Wir fliegen von Isla Margarita nach Barcelona, der Hauptstadt des Bundeslandes Anzoátegui. Hier übernehmen wir den Mietwagen und es geht los über Puerto la Cruz in Richtung Paria. Puerto la Cruz hat sich in rasantem Tempo von einem kleinen Fischerdorf zu einem riesigen Touristenzentrum entwickelt. Uns zieht es aber zunächst einmal in den Nationalpark Mochima. Dieser Küstenabschnitt von Puerto la Cruz bis Cumana ist landschaftlich ein Traum! Der Blick auf die vorgelagerten Inselgruppen ist wunderschön!

Der nächste Ort, den wir erreichen, ist das kleine Fischerdorf Santa Fé. Hier können wir in der Fischhalle gut und preiswert essen. Iglesia de Santa Inés 1998 001Wir fahren weiter und erreichen Cumana, die Hauptstadt von Sucre, dieses Bundesland hat über 700 km Karibikküste. Cumana hat eine sehr schöne Altstadt, besonders sehenswert ist Iglesia Santa Ines aus dem 17. Jahrhundert. Hinter der Kirche befindet sich das Castillo Sa Antonio de La Eminencia, der Weg dorthin führt uns durch eines der ältesten Wohnviertel Cumanas.

Es gibt auch einen sehr schönen Markt mit Hängematten, Korbwaren und vielem mehr, er heißt Mercado Municipal. Wir verlassen Cumana und nach einer wunderschönen Fahrt durch die üppige Natur erreichen wir Caripe, den „Garten des Ostens“. Der Ort hat seinen Namen aber auch verdient! Eine einmalige Blumenpracht!

Aber auch Obst und Gemüse wird hier angebaut. Die Stadt ist von Bergen umgeben, der höchste ist der Cerro Negro mit 2800 m. Aber die Attraktion hier ist die Guacharohöhle, 13 km von Caripe entfernt. Sie wurde von Alexander von Humboldt entdeckt. Es ist wohl die größte Höhle Südamerikas, eine faszinierende Unterwelt aus Kalkgestein.

Die Bewohner der Höhle sind die Guacharos (Fettschwalme). Es sind nachtaktive Vögel, deren dicke Fettschicht den Ureinwohnern dazu diente, ein besonderes reines Öl zu gewinnen. Am Abend haben wir Gelegenheit, zu beobachten, wie die Vögel die Höhle zur Nahrungssuche verlassen. Wir übernachten in Caripe und fahren am nächsten Morgen zur Höhle.

Ausgerüstet mit festem Schuhwerk schließen wir uns einem Führer an, um die Höhle zu erkunden. Die Geräuschkulisse ist unvorstellbar, die Vögel machen einen Lärm, der durch das Echo in der Höhle noch verstärkt wird. Die Höhle ist etwa auf eine Länge von 11 km erforscht, davon ist ca. 1 km begehbar, mit Führer. Wir merken auf dem Weg in der Höhle, wie wichtig festes Schuhwerk ist, es ist stellenweise doch recht glitschig.

Neben der Höhle gibt es noch ein Museum und ein kleines Restaurant. Nach der Guacharohöhle fahren wir weiter nach Carúpano, einem geruhsamen Ort mit schönen Kolonialbauten. Besonders gut gefällt uns die Plaza Santa Rose mit der gleichnamigen Iglesia. Carúpano ist der ideale Ausgangspunkt für Ausflüge, besonders auf die Halbinsel Paria.

Playa MedinaAuch die schönsten Strände Venezuelas befinden sich hier in der Nähe, einer davon ist die Playa Medina. Ein richtiger karibischer Traumstrand mit vielen Palmen! Unser nächstes Ziel heißt Rio Caribe. Zunächst einmal sehen wir hinter Carúpano ein malerisches Bild. Bei El Morro schiebt sich eine Landzunge ins Meer, in der Bucht dümpeln Fischerboote.

In Rio Caribe wollen wir übernachten, unser Hotel liegt direkt neben dem kleinen Hafen. Am Abend machen wir noch einen schönen Spaziergang zum Plaza Bolivar und genießen das koloniale Ambiente. Am nächsten Morgen geht es weiter, vorbei an traumhaft schöner Vegetation. Wir bewundern riesige Bambusstauden, aber auch viele Blumen in allen möglichen Farben.

Eine Büffelfarm mit einem kleinen Touristenkomplex, bestehend aus einigen typischen Rundbauten, erweckt unsere Aufmerksamkeit. Auf der Weiterfahrt erwartet uns noch ein besonderes Highlight, eine sehr schöne Anlage mit Thermalquellen in der Nähe von Casanya. Hier können wir erst mal im warmen Wasser relaxen. Anschließen machen wir einen Spaziergang durch die Anlage, es gibt sogar einen kleinen Zoo. Das ist dann auch der Abschluß unserer Tour, es geht weiter zum Flughafen von Barcelona und von dort nach Margarita.


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